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Kaffee-Arten und Varietäten
Sebastian Zimmermann
Ich bin mir nicht sicher, ob der Vergleich botanisch korrekt ist, zur Veranschaulichung ist er aber allemal hilfreich.
So wie wir im Weinbau Rot- und Weißwein unterscheiden, gibt es auch bei Kaffee verschiedene Arten.
Die bekannteste ist wahrscheinlich Kaffee Arabica.
Daneben gibt es noch Canephora, Liberica, Eugenioides und über 100 weitere Bekannte Arten.
Von diesen Kaffeesorten wiederum gibt es verschieden Varietäten – in unserem Wein Beispiel wären dies die Rebsorten.
In diesem Blogartikel soll es um die Kaffeearten Arabica, Canephora und Liberica gehen.
Wie alle Kaffeearten sind sie immergrüne Sträucher, die je nach Art bis 20 Meter hoch werden, und gehören zur Familie der Rotgewächse.
Aber was unterscheidet sie, unter welchen Bedingungen wachsen sie und welche Rolle spielen sie in der Kaffeebranche?
Ist vermutlich in den Wäldern Äthiopiens entstanden und ein natürlicher Hybrid aus den beiden Kaffeearten Canephora und Eugenioides.
Deshalb hat sie mit 44 Chromosomen doppelt so viel wie die anderen Kaffeearten.
Dieser größeren genetischen Vielfalt verdanken wir das breite Aromenprofil, von fruchtigen, blumigen, kräutrigen über schokoladige und nussige Noten finden wir alles in Arabica.
Dies ist ein Grund, warum Arabica häufig als hochwertigerer angesehen wird.
Unerwähnt bleibt dabei, dass beim Anbau, der Ernte und Aufbereitung von Arabica ein viel größeres Wissen und andere Qualitätsstandards zum Tragen kommen.
Andere Kaffeearten sind deshalb nicht weniger hochwertig, häufig fehlt es nur an der nötigen Sorgfalt, um eine optimale Qualität zu erreichen.
Arabica wächst nur unter speziellen klimatischen Bedingungen und ist vergleichsweise anfällig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.
Sie bevorzugt in höhere Lagen, von 800-2200 Metern und stabile Temperaturen von 15 bis 25.
Ein lockerer nährstoffreicher Boden und genügend Schatten möchte die Pflanze auch.
Diese klimatischen Bedingungen finden wir im sogenannten Kaffeegürtel, eine Region um den Äquator (genauer zwischen den 23. Breitengrad nördlich und dem 25. Südlich).
Aufgrund des Klimawandels und steigender Temperaturen wird der Anbau von Arabica in niedrigeren Lagen zunehmend schwerer.
In den vergangenen Jahren wurden ca. 96 Mio. Säcke (je 60kg) Arabica Kaffee produziert, was je nach Jahr einen Anteil von 60 bis 70% der gesamten Ernte entspricht.
Zu den wichtigsten Produzenten gehören Brasilien, mit schätzungsweise 45 bis 50 Mio. Säcken pro Jahr, gefolgt von Kolumbien und Äthiopien (mit 10 bis 11 Mio. Sack).


Kaffee Arabica (Coffea arabica)
Wird den meisten als Robusta bekannt sein.
Robusta ist eine Varietät von Canephora, da sie die bekannteste und am weitesten Verbreitete ist, hat sich Robusta im allgemeinen Sprachgebrauch durchgesetzt.
Robusta oder Canephora wird oft mit schlechter Qualität und Geschmack assoziiert.
Dies muss aber nicht der Fall sein.
Ein gut produzierter Canephora kann zwar nicht die gleichen blumigen und fruchtigen Aromen wie ein Arabica mitbringen, punktet dagegen mit würzigen, schokoladigen und holzigen Noten.
Vor allem im Spezialitätensegment reden wir lieber von Canephora als von Robusta, um bei unseren Kunden nicht direkt eine negative Erwartungshaltung hervorzurufen.
Bei Robusta (Canephora) ist der Name Programm, die Pflanze ist deutlich toleranter gegenüber Hitze und Feuchtigkeit und fühlt sich bei Temperaturen zwischen 24 und 30 °C am wohlsten.
Angebaut wird Canephora in Höhenlagen bis etwa 1000 Meter.
Der wichtigste Produzent ist Vietnam, hier wird fast ausschließlich Canephora angebaut, ungefähr 95% der gesamten Ernte entfallen auf diese Kaffeeart, was ca. 30 Mio. Säcken entspricht.
Brasilien ist mit etwa 21. Mio. Säcken der zweit größte Produzent.
Andere bedeutende Canephora Produzenten sind Indonesien, Uganda und Indien.


Kaffee Canephora (Coffea canephora)




Ist nach dem Land Liberia benannt, hier in den feuchten tiefliegenden Wäldern Westafrikas ist sie entstanden.
Die Pflanze kann bis zu 20 Meter hochwachsen und bringen große, asymmetrische Bohnen hervor.
Liberica gedeiht in tiefen Lagen, meistens unterhalb von 700 Metern, bevorzugt heißes und feuchtes Tropenklima.
Heute wird sie hauptsächlich in Südostasien kultiviert.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden hier durch den Kaffeerost große Teile der Arabica-Plantagen zerstört.
Auf der Suche nach einem resistenten Ersatz wurde Liberica eingeführt, später jedoch weitgehend durch die Ertragreichere Art Canephora ersetzt.
Heute hat Liberica mit weniger als einem Prozent einen sehr geringen Anteil am weltweiten Kaffeemarkt und ist vor allem im Spezialitätensegment zu finden.
Angesichts der klimatischen Veränderungen, die den Anbau von Arabica zunehmen schwieriger machen, könnte Liberica in Zukunft eine Größere Rolle spielen.
Hybride mit anderen Kaffeearten könnten potenziell ertragreiche und Klimaresiliente Pflanzen mit dem einzigartigen Geschmacksprofil von Liberica hervorbringen.
Fruchtige Aromen und eine intensive Süße gepaart mit nussigen, manchmal holzigen Noten und einem vollmundigen Körper, machen jede Tasse Liberica zu einem besonderen Geschmackserlebnis.
Beim Koffeingehalt unterscheidet sich Liberica allerdings nicht deutlich von Arabica.


Kaffee Liberica (Coffea liberica)


